Ambulante Pflege
Warum Schulung und Beratung allein noch keine Wirkung sichern
- Setting
- 27 ambulante Pflegedienste in drei deutschen Regionen
- Größenordnung
- 380 pflegebedürftige, zuhause lebende ältere Menschen
- Zeitraum
- 2019–2021, zwölf Monate Nachbeobachtung
Eine strukturierte Vorausplanung sollte ältere Menschen stärker an Entscheidungen über ihre künftige Versorgung beteiligen. Das Beispiel ist wertvoll, weil es nicht den erwarteten Erfolg erzählt, sondern eine Grenze sichtbar macht.
Veränderung
Pflegefachpersonen erhielten ein zweitägiges Training und boten anschließend zwei strukturierte Beratungsgespräche sowie schriftliche Informationen an.
- Intervention
- 14 Pflegedienste
- Kontrolle
- 13 Pflegedienste
- Primärer Endpunkt
- Patientenaktivierung nach 12 Monaten
Dokumentiertes Ergebnis
Für die Patientenaktivierung bestand nach zwölf Monaten kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Intervention und Kontrolle (PAM-13: 75,7 gegenüber 78,4; p = 0,13). Auch Lebensqualität, Angst, Depression und der Anteil von Patientenverfügungen unterschieden sich nicht.
Messweise
Cluster-randomisierte kontrollierte Studie; verblindete Erhebung des primären Endpunkts, 373 Personen in der Primäranalyse.
Grenzen
Die Autoren nennen fehlende statistische Power. Das Ergebnis spricht nicht gegen Vorausplanung an sich, sondern gegen eine pauschale Wirkungsannahme für dieses Format und diese Zielgruppe.
Übertragbare Frage
Welche organisatorische Einbettung, Zielgruppenansprache und kontinuierliche Begleitung braucht eine Beratung, damit sie Verhalten tatsächlich verändert?
Effects of advance care planning in care dependent community-dwelling older persons: A cluster-randomised controlled trial · Palliative Medicine / PubMed Central · 2023 · geprüft am 03.09.2026
